Aktion Südamerika -

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Aktion Südamerika

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Reisebericht von Thomas Röser


Liebes Lehrerkollegium der Staufeneckschule in Salach

Meine Reise durch Zentral- und Südamerika hat mich auch durch die zweitgrößte Stadt Kolumbiens geführt - Medellin.
Da sich die Staufeneckschule in Salach schon seit etlichen Jahren für das  Waisenhaus der HERMANAS DOMINICA DE LA PROVIDENCIA SOCIAL CRISTIANA (kurz genannt Hermanas) engagiert, hat sich nicht zuletzt aufgrund von Berichten meiner Schwester, die an Ihrer Schule arbeitet, überraschend die Möglichkeit eines Besuchs ergeben.

Bevor ich Ihnen im Folgenden meine Erfahrungen erläutern werde, möchte ich bereits an dieser Stelle erwähnen, wie überwältigend, eindrucksvoll und fantastisch diese einmalige Gelegenheit für uns war! Etwas in dieser Art habe ich in meinen, doch nicht mehr ganz so jungen Jahren, noch nie erleben dürfen!

Ich möchte Ihnen ein wenig Einblick in das uns Dargebotene geben und aufzeigen, wofür sich die Hermanas (Ordensschwestern) einsetzen bzw. die jährlichen Spenden der Staufeneckschule in Salach verwendet werden.

Die Hermanas verfügen mittlerweile in Medellin über drei Einrichtungen für ca. 150 Heranwachsende zwischen fünf und zwölf Jahren. Zwei davon konnten wir aus zeitlichen Gründen nur besichtigen. In einem der Häuser sind ausschließlich Jungen und in dem anderen ausschließlich Mädchen untergebracht. Bei den Kindern handelt es sich um Waisenkinder, aber auch um Kinder aus Familien, die täglich um ihre Existenz kämpfen d.h. die ohne Arbeit, Nahrungsmittel, Strom, fließendes Wasser, etc. versuchen zu überleben und deshalb ihre Kinder an die Hermanas geben. Dazu gehören auch Kinder von drogenabhängigen Eltern, um weitere Beispiele zu nennen.

Die Hermanas nehmen auch vorübergehend Kinder aus dem ländlichen Umland von Medellin in Ihrer Einrichtung auf. Dies geschieht dann, wenn sie ärztlich versorgt werden müssen (z. B. eine Beinprothese benötigen s. Foto oben) und die Eltern nicht über die nötigen Mittel für ein Hotel oder eine Pension während der Arztbesuche in Medellin verfügen.

Die Hermanas arbeiten u.a. mit sozialen/humanitären, staatlichen Einrichtungen zusammen, um Essen und Lebensmittel an bedürftige Familien und Kinder auszugeben. Es gibt Mütter, die mit ihren Kindern einen eineinhalbstündigen Fußmarsch auf sich nehmen, um bei den Hermanas "lediglich" Essen zu bekommen. Anschließend laufen sie wieder nach Hause. Die Armut in gewissen Teilen von Kolumbien ist einfach nur erschreckend und für Europäer, die noch nie in Zentral- oder Südamerika waren, kaum vorstellbar.

Es ist jedoch nicht so, dass man einfach so bei den Hermanas anklopfen und um Hilfe bitten kann und diese dann so ohne weiteres erhält. Die Hermanas machen "Hausbesuche" und vergewissern sich über die individuelle Situation der hilfsbedürftigen Personen/Familien. So wurde beispielsweise ein drogenabhängiger Junge, der zuerst aufgenommen wurde, sich jedoch nicht von den Drogen (Kokain) abkehren wollte, wieder aus der Einrichtung verwiesen. Der Grund liegt darin, dass die  Einrichtung einerseits sowieso nicht genügend Platz für all die Hilfsbedürftigen in Medellin bietet und andererseits die restlichen Kinder geschützt werden müssen. Mein Eindruck von den Hermanas war, dass es sich um eine seriöse, gut organisierte/geführte und wohltätige Einrichtung handelt! Sie helfen unentgeltlich, einfach aus ihrem Glauben heraus.

Die Kinder sind von Montag bis Freitag bei den Hermanas. Freitags werden sie dann von Eltern, Familienangehörigen oder von den für die Kinder gefundene Paten abgeholt und verbringen die Wochenenden mit diesen. Dies vor dem Hintergrund, dass die Kinder nicht nur das Leben mit den Hermanas kennen sollen, sondern auch das gesellschaftliche Leben außerhalb der Einrichtung. Damit sollen die Kindern auf das Leben danach besser vorbereitet werden. In einem Schlafsaal schlafen bis zu 40 Kindern.

Die Kinder besuchen tagsüber öffentliche Schulen und kehren nach dem Unterricht wieder zurück. Die Hermanas versuchen damit den Kindern wenigstens ein Minimum an Ausbildung zukommen zu lassen, um den Kindern so eine Zukunftsperspektive zu geben.

Die Einrichtung ist sehr sauber und das Essen, das die Kinder  bekommen, ist einfach, aber super lecker. Wir kamen während unseres eintägigen Aufenthaltes ebenfalls in diesen Genuss. Es wird dafür  gesorgt, dass die Kinder alle für sie wichtigen Vitamine, Nährstoffe, Kohlenhydrate, etc. bekommen. Für die Zeit, welche die Kinder nicht  bei den Hermanas verbringen, werden den Kindern "Esspakete"  mitgegeben, sodass auch in dieser Zeit eine ausgewogene Ernährung sichergestellt werden kann.

Die Nahrungsmittel werden zu einem großen Teil gespendet. Die einen spenden Gemüse, die anderen Früchte, wieder andere Fleisch und/oder Fisch, usw. Das altruistische Verhalten der Leute gegenüber den Hermanas ist unglaublich, da diese selbst nicht im Überfluss leben. Die Einrichtungen, die wir gesehen haben sind sehr sauber, schön und  liebevoll eingerichtet, aber einfach. Der Umgang zwischen den Hermanas und den Kindern ist sehr herzlich und die Kinder lieben die Hermanas und sind dankbar über jegliche Art von Zuneigung und Aufmerksamkeit.  

Die Hermanas sind bewundernswert, da auf jede Hermana ca. 5 Kinder kommen und die Hermanas sich um wirklich alles im Alltag kümmern. Sie sammeln die Spenden, gehen einkaufen, kochen, putzen, kümmern sich um die Kindern, erledigen die ganze Administration, usw. Wir haben uns gefragt wo diese Frauen die Energie dafür hernehmen!? Die Hermanas sind froh über jegliche Art von Spende und sind deshalb auch überglücklich, dass die Staufeneckschule seit Jahrzehnten an ihrem Engagement festhält.

Jetzt komm ich zu dem Teil, der Sie wahrscheinlich am meisten interessiert! Wie werden die jährlichen Spenden der Staufeneckschule verwendet? Grundsätzlich werden die Gelder in Dinge investiert, die am dringendsten benötigt werden, sei es Essen, Einrichtungsgegenstände, Instandhaltung der Häuser, etc. Wohl das beste Beispiel für die Verwendung der Gelder ist der Bau eines überdachten Sportplatzes, auf dem die Kinder Fußball- und Tennisspielen können und einen Platz haben, um sich auszutoben. Anbei sende ich Ihnen ein Foto des Sportplatzes, sowie der Gedenktafel, auf der die deutschen Spender explizit erwähnt werden.


Seit 1974 - Projekt "Aktion Südamerika"

Durch private Kontakte zwischen jungen Lehrern der Staufeneckschule (Karl Winter und Renate Winter-Schiller) und einem jungen Vikar in Geislingen (Wilfried Weber) wurde im Jahr 1974 der Grundstein für eine jahrzehntelange Patenschaft zwischen der Staufeneckschule Salach und Waisenkindern in Kolumbien gelegt.

Prof. Dr. Dr. Weber, ehemals Vikar in Geislingen, betreute schon in den 70er Jahren soziale Projekte in Kolumbien. Sein Kontakt zu Familie Winter bewog diese, ihn 1974 in Kolumbien zu besuchen. Um nicht mit leeren Händen dazustehen, brachten sie 300 $ aus dem Erlös des ersten Schulfestes an der Staufeneckschule als Gastgeschenk mit. Dort lernten sie auch die Leiterin des Waisenhauses, Madre Maria Josefina, kennen.

Die nachdrückliche Erfahrung des Elends in Medellin, aber auch die Freude der Kinder in der Einrichtung der Schwestern bewog Familie Winter-Schiller zu Hause für die Fortsetzung des Hilfsprojektes zu werben. Mit Erfolg!

Seit dieser Zeit flossen Jahr für Jahr immer größere Geldspenden und Geschenkpakete mit Kinderspielzeug nach Medellin. Die Schule hat im Laufe der Jahre vielfältige Aktionen zugunsten der "Aktion für Südamerika" veranstaltet. Seit 1984 ist die Haupteinnahmequelle unser inzwischen traditioneller Weihnachtsbazar am letzten Donnerstag vor dem ersten Advent.

Mit der Unterstützung zahlreicher Spender (Privatpersonen, Vereine, Betriebe, Gemeinde, Parteien, Banken) konnten wir in den vergangenen Jahren die bemerkenswerte Summe von über 100.000 Euro unserem Patenschaftsprojekt in Medellin zukommen lassen. Wir danken allen, die uns unterstützt haben und weiterhin unterstützen wollen.
Wir werden weitermachen!

Sollten Sie auch einen Beitrag leisten wollen, können Sie dies über folgende Spendenkonten tun.
Kennwort: "Aktion Südamerika"

Gemeinde Salach
Konto 400 00 20
BLZ 610 500 00

Staufeneckschule -Medellin
Konto 490 291 14
BLZ 610 500 00

 
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